Design Thinking: Und wann setzen wir um? 8 Tipps.

Ein Tag, zwölf verschiedene Menschen, eine Challenge. Problemverständnis. Bedürfnisse herausfinden. Synthetisieren. Ideen generieren. Verständnisprototypen bauen. Fertig.

Das liest sich einfach. Und genauso einfach kann man das umsetzen. Das macht nicht nur den Teilnehmenden Spaß, sondern auch mir als Facilitator. Ich habe viele Möglichkeiten mit anekdotischen Erfahrungen aus Projekten vor Fallstricken zu warnen und kleine „Hacks“ weiterzugeben.

Aber: Sowohl interne, wie auch externe Auftraggeber/innen sehen bei Design Thinking oft nur das unmittelbare Ziel „Viele Ideen generieren.“ Eine Teilnehmerin sagte mal in der Kennenlernrunde: „Ich sollte mir das hier mal anschauen hat meine Chefin gesagt.“ Nicht die beste Grundvorraussetzung, um emphatisch und energiereich am Workshop teilzunehmen und zu guten Ergebnissen beizutragen, oder?

Dagegen kann man was tun.

Alle folgenden Punkte beziehen sich auf Design-Thinking-Workshops, die keine Weiterbildungsformate sind.

Hier ein paar Fragen und Tipps aus meiner Erfahrung, falls du glaubst, dass der Design-Thinking-Werkzeugkasten dir und deinem Team oder Unternehmen weiterhelfen könnte:

  1. Wärst du bereit eine andere Lösung zu akzeptieren, als jene, die du jetzt im Kopf hast?
  2. Bist du in der Lage auszuhalten, dass Entscheidungen im Prozess nicht von dir als Einzelperson abhängen?
  3. Hast du ein klares Bild, ob, wie (und vielleicht wer) mit den Ergebnissen des Tages weitermacht?
  4. Wenn du unter Zeit- und Qualitätsdruck stehst: Suche dir externe Unterstützung, die kein Design-Thinking-Methodenpapst ist! Lieber jemanden, der in Projekten am Markt selbst verschiedene Elemente erfolgreich und nicht erfolgreich angewendet hat.
  5. Lade keine Zaungäste ein, „die sich das einfach mal anschauen sollen“. Alle Anwesenden tragen bei.
  6. Sinnhaftigkeit geht vor Aktionismus! Nicht auf Teufel komm’ raus nach draussen gehen und Menschen auf der Straße befragen. Der Nutzwert in einem ersten Workshop an einem 8h-Arbeitstag geht gegen 0 und ist zeitaufwändig.
  7. Nutze die Einladung als Möglichkeit zukünftige Mitsreiter/innen für dein Vorhaben zu gewinnen.
  8. Messe das Ergebnis nicht an der Anzahl von Post-Its oder dem Unterhaltungswert von Prototypen. Frage dich: Gibt es einen Erkenntnisgewinn auf der Problemlösungsebene und bietet einer der Prototypen mindestens ein realistisches Feature an, mit dem du oder ihr so bald wie möglich zum echten Nutzer raus gehen könnt?

Viel Erfolg! Und Spaß darf es natürlich auch machen…

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